17.05.2016

Erwerbsminderungsrenten

Echte Verbesserungen bei Erwerbsminderungsrenten müssen endlich angegangen werden.

 

Fast jeder Fünfte (18,4 Prozent) der Neurentnerinnen und -rentner geht nach aktuell verfügbaren Daten (Rentenzugang 2014) über eine Erwerbsminderungsrente in Rente und das, obwohl 42,1 Prozent aller Anträge im Jahr 2014 (2015: 41,9 Prozent) abgelehnt wurden (Erledigungen auf Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit im Jahr 2014: 343.721, davon abgelehnt: 144.783). Die 183.266, denen eine Erwerbsminderungsrente bewilligt wurde, müssen zudem mit sehr niedrigen Renten auskommen.

Der durchschnittliche Zahlbetrag lag für Neuzugänge im Jahr 2014 bei nur 628 Euro (664 Euro bei voller Erwerbsminderung, 368 Euro bei teilweiser Erwerbsminderung) und damit deutlich unterhalb des Niveaus der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (Bruttobedarf Ende 2015: 771 Euro).

2001 lag der durchschnittliche Zahlbetrag im Rentenzugang noch bei 676 Euro (724 Euro bei voller Erwerbsminderung, 479 Euro bei teilweiser Erwerbsminderung).

Dies geht aus der Antwort der Deutschen Rentenversicherung Bund auf eine entsprechende Anfrage der linken Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor.

Die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Sabine Zimmermann, erklärt dazu:

„Echte Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente sind dringend geboten. Die große Koalition hat zwar erste Schritte dazu unternommen*. Diese gehen aber nicht weit genug. Die Abschläge, die im Schnitt 10 Prozent betragen, wollten Union und SPD dagegen nicht abschaffen. Dabei würde gerade das die Situation der Erwerbsgeminderten deutlich verbessern.“

Sabine Zimmermann weiter:

„Die Abschläge müssen weg. Sie sind ungerecht, denn niemand wird freiwillig krank. Außerdem muss das Rentenniveau wieder angehoben werden, auf mindestens 53 Prozent. Und der Zugang zu Erwerbsminderungsrenten muss erleichtert werden: Es kann nicht sein, dass fast jeder zweite weg geschickt wird. Menschen, die sich kaputt gearbeitet haben, müssen abgesichert aus dem Erwerbsleben ausscheiden können und Zugang zu auskömmlichen Versicherungsleistungen erhalten. Um einen Mindeststandard in der gesetzlichen Rente zu garantieren fordern wir zudem die Einführung einer Solidarischen Mindestrente.“

 

* Die Zurechnungszeit bei der Erwerbsminderungsrente wurde zum 1. Juli 2014 um zwei Jahre angehoben (von 60 auf 62). Für die letzten vier Jahre vor der Erwerbsminderungsrente erfolgt eine Günstigerprüfung.